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Archive for Mai, 2010

29.-30.05. Memorialday-Wochenende

Montag, Mai 31st, 2010

Bis jetzt ist es weniger Autoverkehr und weniger stressig als alle angekündigt hatten. Von besoffenen Fahrern, ausgebuchten Campingplätzen bzw. Restriktionen wie ” mindestens 3 Tage” haben wir bisher nix gemerkt. Wir sind auch vorrangig kleinere Straßen gefahren. Morgen sollten wir eher größere  oder gar nicht fahren, so der Ratschlag. Denn die Alkoholisierten fahren eher die Schleichwege – kommt einem bekannt vor. Der Alkohol und der Zugang dazu wird nochmal ein Extraartikel, wir sind da noch  permanent in der Explorationsphase. 
Die letzten Tage war es durchgängig heiß. Immer über 30°C. Wir schwitzen wie beim dritten Saunagang. Beim Fahren glänzt alles nass, sobald wir stehenbleiben, fängt es an zu tropfen. Weitere Details ersparen wir Euch.

28.05. Fotos

Montag, Mai 31st, 2010

27.-28.05.

Montag, Mai 31st, 2010

Morgens eine kurze folgenreiche Pause am Infohäuschen zum “Tunnel hill trail”. Wir treffen zwei Radler, die uns 1. erklären, dass wir in Covendale ein Zelt bekommen, 2. dort den Einstieg in den Transamerican Bikeway finden, 3. Missouri sehr hügelig ist und es statt dessen den “Katy trail” am Missouri gäbe.  Auf dem Tunnel hill, eine ehemalige Bahntrasse, dem wir ca 12 km folgen- sehr schön durch Wald und ruhig , treffen wir drei andere Radler- ein Warmshower Gastgeber mit zwei Gästen, der Covendale bestätigt und uns ein Bistro unterwegs empfiehlt, das für Biketraveler umsonst einen Applepie ausgibt. – Stimmt.  Ebenso finden wir in Covendale ein neues Zelt und die Feuerprobe bei Gewitter im StatePark  kommt gleich danach. Dh, unsere Planung, nach St. Louis zu fahren, um dort ein Zelt zu kaufen, ist hinfällig.

Wir fahren nach Chester, um dort den Missisippi zu überqueren und die Transamerican zu treffen.  Chester ist die Heimatstadt von Popeye! Außerdem gibt es dort viele nette Leute. Vom Gartenarbeiter, der uns das Eagle-Clubheim empfiehlt, bis zu den Leuten dort, die uns gegen eine “Donation” auf der Wiese zelten lassen, mit Duschen und Super “Fish-all you can eat”. Dort treffen wir John, der den Transamerican in 3 Monaten radelt (4.400 mi). Interessante Unterhaltung über Amerikaner, ihre Sammelleidenschaft, über Gesundheitssystem etc. und über die nächste Übernachtung in Farmington. Dort gibt es ein altes Gefängnis, das zur Herberge umgestaltet wurde. Mit einem Anruf bei der Polizei bekommt man den Code für die Tür. – Wir fahren hin- und treffen dort ein Paar, das ebenfalls den Trail fährt, aber ansonsten seit 14 Jahren auf einem Segelschiff lebt, die Weltmeere bereist und so richtige Abenteurer sind. Ein bißchen kommen wir uns klein und spießig vor, weil wir ja auch in Motels gehen. Die zwei sind schon irre, haben 7 Monate auf einer Atollinsel gelebt, haben einen Schiffbruch erlebt; innerhalb von 2 Minuten sank ihr Schiff…

Die Gespräche gehen uns am nächsten Tag noch nach. Wie anders man doch leben  kann!

26.05. Stangenbruch

Montag, Mai 31st, 2010

Am Zeltplatz im Paducah an der Grenze zwischen Kentucky und Illinois gibt es einen Fischteich und in diesem Karpfen groß wie Ferkel. Fischen ist im Camping-Preis von 15 $ übrigens inbegriffen. Haben wir aber verzichtet. Nach dem Zeltaufbau nämlich passierte es: es brach einfach so die dritte Stange. Wir haben unser letztes Reparatur-Rohr eingesetzt, denken aber, dass das einfach Materialermüdung ist. Das Zelt ist 10 Jahre alt, hat viel mitgemacht und sich immer als top erwiesen (übrigens damals schon eine goldrichtige Empfehlung unseres bevorzugten Outdoor-Ausstatters!). Leider ist das benötigte Alu-Rohr-Maß 12 mm innen in den USA völlig unüblich: die haben Zoll-Maße. Wir werden uns wohl nach einem neuen Zelt umsehen müssen.

Die Brücke über den Ohio-River ist etwa 1 km lang. Auch die Fahrbahn besteht aus Metallgitter. Wer Mut hat, darf auch mal nach unten sehen.

25.05. Happy Birthday Robert !

Dienstag, Mai 25th, 2010

Alles Gute zum Geburtstag wünschen Dir

Karin und Fritz

Wir haben auf Dich angestoßen!

23.-24.05. heiß

Dienstag, Mai 25th, 2010

Es ist heiß! – Zwei erwähnenswerte Dinge:

1. Beim Zeltaufbau ist eine Stange gebrochen, wir konnten sie mit einer Reparaturhülse erstmal stabilisieren und  überlegen uns jetzt das weitere.

2. Auf dem Zeltplatz hatten unsere Zeltnachbarn ca 15 Hunde und waren entschieden schräg drauf. Wir positionierten uns deshalb etwas entfernt- leider ca 10m neben der Autobahn. Es war etwas laut nachts.Wir bildeten schnell Hypothesen über soziale Kompetenzen etc unserer Nachbarn und wurden am nächsten Morgen beschämt, als einer davon rüberkam  und uns zwei Flaschen Wasser mit auf die Reise gab. That´s America.

22.05. Nashville

Dienstag, Mai 25th, 2010

Ziemlicher Touristenrummel hier- und wir sind gar nicht die Zielgruppe! Alles amerikanische Touristen! Das ist für uns nochmal eine neue Erfahrung.

Ein bißchen Rummel zwischendurch ist auch ganz nett:Im Musikcafe sitzen, die Klimaanlage genießen-noch vor wenigen Wochen haben wir die Heizung genossen- und Leute begucken.  Eine Kneipe neben der anderen und in allen wechseln sich die Bands vom frühen Nachmittag bis in die Nacht ab. Der “farmersmarket” findet jeden Tag statt. Wir genießen das frische Angebot.

21.05. Anfahrt Nashville

Sonntag, Mai 23rd, 2010

Heute haben wir einen ziemlichen Ritt gemacht. Von The Farm sind wir erst mal wieder nach Süden zu dieser Amish-Siedlung, deren Strassenverkaufszeile ja vorgestern  schon geschlossen war. Das war eine herbe Enttäuschung: nur Flohmarktartikel und das ganze keinen Bezug zur Amish-Kultur. Man hätte natürlich auf irgendeinen Hof fahren können und den Kontakt suchen, zumal da angeblich deutsch gesprochen wird, aber das ist mutmaßlich gar nicht gewünscht und da haben wir’s gelassen. Bei der Rückfahrt stand dann noch ein Amish-Fuhrwerk mit Erdbeeren an der Strasse und da haben wir uns eingedeckt.

Seit wir aus Chattanooga weg sind, erzählt man uns, westlich von „hier“ beginne die große Ebene, „table-flat“, aber bisher sehen wir die nicht. Wir vermuten langsam, dass Amerikaner gar nicht wissen, was eine Ebene ist; die sollten mal nach Aurich fahren und nicht immer nur nach Rüdesheim und Heidelberg!

Heute hat vor Nashville ein Rennradler Karin angesprochen, ob wir denn das erste mal hier seien. Er hätte nämlich vor drei (!) Jahren schon mal ein Radelpaar aus Deutschland  mit Gepäck hier getroffen, aber die seien die andere Richtung gefahren..

Dank eines ungewohnten Rückenwindes, bestausgebauten Highways und des kalorienreichen Linseneintopfes gestern sind wir heute 141 km bis Nashville gefahren. Nach Dusche sind wir los um was zu essen, aber in der Gegend schien alles schon zu zu  sein, wie das in Amerika bei Anbruch der Dunkelheit so ist. Gerade wollten wir uns frustriert schon auf McDonalds einlassen. Zufällig fanden wir aber denn noch eine Kneipe mit Buffet und Super-Live-Musik (Rock-Blues-Country in Nashville!), wobei wir wie überhaupt in der Gegend zur weißen absoluten Minderheit gehörten, so dass uns nette Schwarze bei unserer Heimfahrt um 10 schon hinterher riefen „be carefull!“

Dass wir uns hier immerhin schon auf der geografischen Breite von Casablanca befinden, merkt man auch an der überfahrenen Tierwelt am Strassenrand. Im  Norden waren ja neben den überhall zu findenden Kleinvögeln und Hörnchen aller Art vor allem Deers und Woodchucks zu beklagen. Später kam das Opossum dazu sowie Schildkröten und Schlangen verschiedener Farbe und Größe. Die  findet man derzeit seltener, dafür aber seit gestern Gürteltiere. Wir haben noch kein lebendes gesehen, können uns aber nach dem fünfzehnten Unfallopfer gut vorstellen wie diese Tiere  wohl ungeplattet aussehen mögen.

Und was liegt eigentlich sonst so am Strassenrand? Tabellenführer sind hier ganz klar Reifenteile, kleine Fetzen, einzelne Stollen bis hie zu ganzen Reifendecken. Hart auf den Fersen ist ihnen der Gummi-Spanngurt, schwarz oder bunt, vollständig oder zerrissen. Es folgt die klassische 6-Kantschraube, Rechtsgewinde, verzinkt oder verrostet, bevorzugt M10 x 100 oder größer. Häufig sind auch andere Kleineisenteile wie Nägel (so dass man froh ist über „unplattbare“ Reifen!) oder Kleinbleche. Es finden sich aber auch mal ganze Innenverkleidungsteile, Kotflügel oder Hauben, Verteilerdeckel oder gar ein Zylinderkopf, mithin Teile, ohne die ein selbständiges Fahren ja nicht so ohne Weiters vorstellbar ist.

An nicht fahrzeugbezogenem Müll ist der Champion wie überall in der Welt die Getränkeverpackung, meist als Dose, seltener aus Plastik. Androhungen („do not litter!) von Geldstrafen bis 1000 $ scheinen wohl nicht die erhoffte Wirkung zu haben.

20.05. The Farm in Summertown

Sonntag, Mai 23rd, 2010

Wir waren da! „ The Farm” (www.thefarm.org) war in den 70igern und 80igern eine der berühmtesten und größten Landkommunen mit anfangs über 1500 Leuten. Wir mussten da einfach hin. Und dann wären wir fast vorbeigefahren, weil wir dachten, es läge bei Memphis!

Deshalb kurzfristig umdisponiert und nach Norden statt nach Westen gedüst. Abends vor verschlossener Schranke angekommen und durchs Tor gequetscht. Ein richtiger Althippi, der gerade vorbeikam, meinte, wir könnten uns auf den campground stellen. Also wir hin, idyllischer Platz mit Fröschen, Mücken und Hunderten von „lightning bugs“ –Glühkäfer, die ihr Licht an und ausknipsen! Wir waren wie verzaubert.

Am nächsten Tag haben wir das weitläufige Gelände erkundet, Gespräche geführt, darunter eins mit dem Gründer und spirituellen Führer Steven Gaskin.(www.stephengaskin.com) Es war ein wirkliches Highlight.

Stellt Euch vor: 1971 startet in San Fransisco ein Convoi von 50 Schoolbussen auf der Suche nach Land. Zusammengesammelt von Steven Gaskin, der damals in der Alternativszene in den Staaten sehr berühmt war.

Sie siedelten sich in Summertown an, kauften ein riesiges Stück Land, 3 Quadratmeilen,vorrangig Wald, und wuchsen rasch auf 1500 Leute an. Eine gigantische Großkommune, die vor allem auch für ihr „midwifery“- Zentrum sehr bekannt war. Seine Frau Ina May Gaskin hat mit dem Zentrum Geschichte geschrieben und ist auch jetzt noch als Dozentin und Rednerin sehr viel unterwegs. Sie gilt als die Mutter der natürlichen Geburtshilfe. Sogar aus Europa kamen Leute zum Entbinden. 1983 kam es zum großen „Change“, aus der Kommune wurde eine spirituell inspirierte Community. Als Gründe wurden genannt: es waren zu viele Menschen, die man nicht mehr versorgen konnte; und es gab finanzielle Probleme, weil zuwenig Geld von außen kam (d.h. zuwenig Außenverdienst). Für uns nicht so recht vorstellbar: Sie mussten ja für alle, die krank wurden, die Krankenhausrechnungen bezahlen- und das sind hier horrende Summen. Dann kam es zum worst case- ein Unfall, bei dem jemand vom Baum fiel und schwerstverletzt wurde. Diese Behandlungs-Rechnung war so hoch, dass die Beschlagnahme des Grundstücks drohte. Es folgte die Entscheidung, ein Teil des Landes zu verkaufen und eine neue Struktur aufzubauen. Das Land gehört jetzt allen, jeder muss eine bestimmte Summe für die grundlegenden Gemeinschaftsdienste wie Straßenbau, Wasser, Strom, bezahlen, sein Haus selbst finanzieren etc. Inzwischen leben hier 165 Leute, das Durchschnittsalter ist 50-60. Es gibt noch eine Schule, auch für Auswärtige, die Geburtsklinik mit Hebammenausbildung, ein Bildungszentrum, die Workshops anbieten, diverse Kleinunternehmen und die seinerzeit erste Geldeinnahmequelle: der Bau von Geigerzählern!

Das Gespräch mit Steven war sehr interessant. Er erzählte aus den  Tagen in San Fransisco, ihren Intentionen und dem Aufbruch mit den Bussen. Er hat übrigens 1980 den alternativen Nobelpreis erhalten.

Berührt hat uns auch der Besuch auf ihrem Friedhof. Wir haben noch nie einen so persönlich gestalteten gesehen. Es liegen auch sehr junge Leute dort und wir stellen uns vor, dass sie ein sehr intensives und aufregendes Leben hatten, wenn auch manchmal kurz.

Der Besuch arbeitet in uns nach.; er war sehr bewegend.

19.05. 4000km

Sonntag, Mai 23rd, 2010

ziemlich flott gefahren, Wetter gut, Straße auch. Wir wollen nach Summertown.

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