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Archive for Juni, 2010

27.06. Ruhetag vor dem Pass

Montag, Juni 28th, 2010

Nach der gestrigen Anstrengung gönnen wir uns einen Tag Pause zum Erholen, Homepage aktualisieren etc. Der Ort hier besteht aus 1/3 Motels, 1/3 Restaurants und der Rest Wohngebäude und anderes. Wir sind über 2000m hoch, morgen gehts über den Pass in den Yellowstone Nationalpark. Wir hoffen, dass der Wind nicht ganz so stark bläst wie gestern, die Richtung ist wohl wieder “in the face”.

Eben treffen wir drei Radler, die von Mexiko nach Kanada in 30 Tagen radeln, 150km/Tag! Schon vom Zuhören schmerzen meine Knie. Der Älteste, wohl in Fritz Alter, ist schon überall auf der Welt geradelt, auch Europa; West- und Ost-. Er ist Uniprof. und nutzt die Freiräume (3Mon. im Sommer) regelmäßig aus. Wir sind schwer beeindruckt.
Wir sind übrigens jetzt ein Vierteljahr unterwegs! Und bald feiern wir Bergfest.

26.06. über 8 Std Fahrtzeit, 122km

Montag, Juni 28th, 2010

Die ersten 50km gehen überraschend gut und wir können das Indianderreservat, durch das wir fahren, genießen. Leider sahen wir nur ein Tippi, ansonsten sieht es aus wie sonst auch. (Fotos) Die 70 folgenden km haben wir mit zunehmendem Gegenwind zu kämpfen. Und es geht aufwärts! Bald haben wir keinen Blick mehr für die wirklich grandiose Landschaft um den “wind river” – welch passender Name! Abends kommen wir erschöpft in Dubois an – und treffen unsere Bekannten aus Farmington- das Seglerpaar- wieder. Die schleppen den ganzen Tag ein angefahrenes Kaninchen mit-in einem Tuch vor dem Bauch gebunden und füttern es mit Mohrrüben! Wo die Tierliebe hinfällt.

Wir haben gehört, dass Wyoming 50 Jahre vor den anderen Staaten den Frauen aktives und passives Wahlrecht einräumte – um überhaupt Frauen ins Land zu holen, denn nach dem Goldrausch gab´s Männer, aber zuwenig Frauen zum Siedeln. – Ob´s geholfen hat, wissen wir nicht.

25.06. Wyoming- grandiose Leere

Montag, Juni 28th, 2010

Die Bilder sprechen für sich. Mal wieder starken Gegenwind gehabt. In Lander gint´s eine internationale Akademie für Outdoor Leadership, deshalb sind dort soviele junge fitte Leute und eine nette Atmosphäre. Wir werden anhand unserer Hände (s. Foto) als Radler erkannt und von einem anderen Radlerpaar angesprochen.

Spezial: Suchbild Auflösung

Montag, Juni 28th, 2010

Zugegeben, war wahrscheinlich nicht schwierig. Der Bursche war übrigens genauso neugierig wie ich und hat mich dann noch richtig nah rangelassen mit der Kamera.

Genau genommen handelt es sich um das Erdhörnchen „Richardson’s Groundsquirrel“.

Auflösung

Erdhörnchen

Spezial: Suchbild

Samstag, Juni 26th, 2010

Damit nicht nur Wir, Sondern auch lie Leser was zu tun haben: wo steckt das Erdhörnchen?

Auflösung in der nächsten Folge! (Diesmal ist wirklich eins da!)

Wo ist das Erdhörnchen?

24.06. Rockies Hochebene

Samstag, Juni 26th, 2010

Hatten wir das nicht schon mal? Wenn man denkt, die Welt ist hier eigentlich zu Ende, wird die Einsamkeit noch übertroffen.

Wir fahren vormittags durch das „Great Basin“, ein ungeheuer ödes und doch gewaltiges Naturereignis. Mittags machen wir Stopp in „Grandma´s Cafe“. Grandma ist sicher gut über 80 und ausgesprochen resolut. Als wir mit einem matten doch fröhlichen „how do you do“ rein kamen, war die Antwort „close the door“, die hatte nämlich keine Schließfeder. Ansonsten zwei Coke, zwei Burger, kein überflüssiges Wort. Grandma kann froh sein, dass das nächste Gesundheitsamt, Gewerbeaufsicht, FDA oder was auch immer einige Einhundert Meilen entfernt ist.

Wir fahren am „Split Rock“ vorbei. Das war zu Zeiten der großen Trails  eine wichtige Landmarke. Die Kerbe im Felsen ist weit zu sehen und wurde anscheinend schon zu prähistorischen Zeiten genutzt. So berichten es die Tafeln am Aussichtspunkt. Vier große Trails (Wege) nach Westen verliefen hier etwa in der Zeit von 1840 bis 1880. 500.000 Menschen sollen hier durchgekommen sein.  Da war wahrscheinlich mehr los als jetzt.

Die Gegend hatte zu Zeiten des Bergbaus deutlich bessere Zeiten erlebt und ist heute ziemlich entvölkert. Eindrucksvoll zeigt sich das bei der Ankunft abends in Jeffery City. Da leben noch 100 Einwohner, die meisten Häuser sind verlassen. Das auf der Karte angekündigte Motel ist verfallen, den Campground gibt es auch nicht mehr. Die Tankstelle ist ebenfalls zu, Benzin wird von der einzigen Kneipe im Ort mit ausgegeben. Die Stimmung in dieser Kneipe erinnert lebhaft an Filme von Jim Jarmush. Campen kann man im Citypark, der sonst auch nicht mehr genutzt wird. Kein Wasser, keine Toiletten, dafür aber Mücken. Aber einen „Liquor-shop“, den gibt es noch. Am Morgen suchen wir die laut Karte vorhandene Post, zu der wir eine postlagernde Sendung bestellt hatten: die gibt es aber auch nicht mehr. Auch keinen Einkaufsladen. Gut, dass wir genug Proviant haben, um die morgigen 95 km bei Gegenwind zu überstehen.

Seit der Grenze zu Colorado erleben wir die Menschen anders als vorher, verlangsamt, weniger aufgeschlossen, irgendwie verloren. Die Orte haben seit Ende der Bergbauzeit (Gold, Silber, Eisen, Uran) ihre Bedeutung eingebüßt. Die Minen sind geschlossen und gebraucht wird allenfalls alle 100 km ein Truckstopp für Durchreisende. Und so wird alles andere, auch die dagebliebenen Menschen, überflüssig.

Die Landschaft selbst ist einfach sehr beeindruckend. Schlecht zu beschreiben. Das Ganze ist das “Great Divide Basin” , eine riesige, in mehrere getrennte Ebenen geteilte Hochebene, in der früher die Büffel grasten und so zu den wichtigen Jagdgründen der Indianer gehörten. – Bis die Weißen erst durchtreckten, und dann zu siedeln begannen. Wyoming war bis zuletzt sehr dünn besiedelt, und es gibt ein großes Indianerreservat hier in der Gegend.

23.06. 7000 km

Samstag, Juni 26th, 2010

Heute die 7000 km voll gemacht und glatt verpennt. Beim so durch die Gegend radeln kann das ja mal passieren.

An dieser Stelle sei kurz angemerkt:

Fritz hat in Pueblo seine Kette (die zweite) und sein hinteres Ritzel ausgewechselt, weil beides durchgenudelt war. Ich habe immer noch meine erste Kette drauf, etwas gelängt, aber laut Kettenprüfer noch i.O.

Trotzdem werde ich sie bei nächster Gelegenheit wohl austauschen.

Heute sind wir vollkommen berechtigterweise 10 km auf einer Interstate gefahren: das geht immer dann, wenn es keine Alternative gibt.

22.06. Nachtfrost

Samstag, Juni 26th, 2010

 

Gestern war der längste Tag und Sommeranfang. Und heute wachen wir mit Wolkenlosem Himmel und Nachtfrost auf.  –Wir sind in den Rockies.

Nicht der mittlere Westen mit den great plains, sondern die Rockies mit ihren Hochebenen und dem Wind sind bisher unsere größte Herausforderung; nicht nur physisch, sondern auch mental. Bis heute Mittag war  noch alles ok, dann wurde der Wind immer stärker und kam teilweise frontal. Hügel, die mit 5-6% Steigung eigentlich kein Thema sind, kämpften wir uns hoch. Der Seitenwind fegte uns bald von der Straße. Die letzten Kilometer vor Riverside, dem heutigen Ziel, waren die härtesten. Trotz 4% Gefälle mussten wir alles geben, um auf 10 km/h zukommen.

Das sei Wyoming, sagte uns gerade der Besitzer des Campingplatzes. Von dieser Mischung, Landschaft und Wind,  gäbe es wohl noch jede Menge. Und jemand anders meinte, der Wind würde die Menschen hier verrückt machen,  es kämen sogar Selbstmorde deswegen vor! Das macht uns Mut.

 

Gestern war der längste Tag und Sommeranfang. Und heute wachen wir mit Wolkenlosem Himmel und Nachtfrost auf.  –Wir sind in den Rockies.

Nicht der mittlere Westen mit den great plains, sondern die Rockies mit ihren Hochebenen und dem Wind sind bisher unsere größte Herausforderung; nicht nur physisch, sondern auch mental. Bis heute Mittag war  noch alles ok, dann wurde der Wind immer stärker und kam teilweise frontal. Hügel, die mit 5-6% Steigung eigentlich kein Thema sind, kämpften wir uns hoch. Der Seitenwind fegte uns bald von der Straße. Die letzten Kilometer vor Riverside, dem heutigen Ziel, waren die härtesten. Trotz 4% Gefälle mussten wir alles geben, um auf 10 km/h zukommen.

Das sei Wyoming, sagte uns gerade der Besitzer des Campingplatzes. Von dieser Mischung, Landschaft und Wind,  gäbe es wohl noch jede Menge. Und jemand anders meinte, der Wind würde die Menschen hier verrückt machen,  es kämen sogar Selbstmorde deswegen vor! Das macht uns Mut.

 

21.06. Walden

Samstag, Juni 26th, 2010

Nach Abfahrt aus Hot Sulfur Springs (= heiße Schwefelquellen) haben wir erst mal wieder einen Pass zu erklimmen. Ab dann müsste es laut Höhenprofil unsere Fahrradkarte eigentlich nur noch locker abwärts gehen. Stattdessen findet sich nach kurzer Abfahrt  eine weite Ebene mit schnurgerader Strasse über etliche Meilen. Das eine Prozent Gefälle wird uns durch den Wind verleidet. So sind wir fix und fertig, als wir abends in Walden ankommen, wo uns dann gleich der Sherif zusammenstaucht, weil ich etwas unkoordiniert über die Strasse eiere. Sind etwas geschafft und frustriert, belohnen uns aber durch Barbeque im „River Rock Cafe“, da sollen schon berühmte Leute gespielt haben, man sprach von Metallica und so.

Wie um das gestern Gesagte zu bestätigen, gibt es in Walden kein Lebensmittelgeschäft (einen Supermarkt zwei Meilen außerhalb) aber zwei „Liquor-shops“,  also Alkoholläden.

20.06. Hot Spring Sulphur

Samstag, Juni 26th, 2010

Den ganzen Tag waren wir in idyllischen Bach-Flusstälern unterwegs, meist mit fiesem Seitenwind von Westen. Die Nadelbäume in dieser ganzen Region sind weitestgehend tot seit einer Borkenkäfer-Epidemie vor 3 Jahren. Wenn man genau hinsieht, ist die Braunfärbung der Wälder zu erkennen. Kremmling, das wir nachmittags erreichen, liegt am Fuß eines Tafelbergs, der irgendwie nicht recht stabil wirkt. Die haben Mut! Ab dann geht es aufwärts entlang dem Colorado-River, der sich in einem phantastischen Tal tief eingeschnitten hat. Abends werden wir von unserem Zeltnachbarn bekocht. Der ist zwar deutlich übergewichtig und darf wenig essen aber kocht wahnsinnig gern. So fügt sich das!

Er beichtete von der Landflucht, der hohen Arbeitslosigkeit der Region und den daraus sich ergebenden Alkohol- und Drogenproblemen. Beliebt sei hier ein undefiniertes Gemisch von Stoffen, unter anderem Rattengift (also wohl Strychnin). Das ist, um die Anfrage eines Freundes bei der Gelegenheit gleich mal zu beantworten, kein Problem der Schwarzen! Die gibt’s hier nämlich nicht. Seit Nashville, also in ganz Colorado, Kansas und halb Tennessee haben wir vielleicht zehn Schwarze gesehen, und das waren zum Teil noch Touristen. Nun sind diese Staaten extrem dünn besiedelt; die weit auseinander liegenden Orte haben oft nur zwischen 50 und 100 Einwohnern. Im Süden Colorados gibt es viele Latinos; streckenweise wirkt das so, wie man sich Mexiko so vorstellt. Ob es da soziale Probleme gibt, wissen wir nicht. (Wir sind natürlich auch keine Soziologen sondern Radreisende!)

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