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Archive for Oktober, 2010

17./18.10. Relaxen und packen

Dienstag, Oktober 19th, 2010

Tja  es bleibt wenig zu erzählen, wir beginnen innerlich Abschied zu nehmen, packen und bereiten die Räder vor.
Morgen wird uns ein Shuttle zum Flughafen bringen.
Abflug um 15:00 Uhr- Ankunft in Frankfurt/M. 10:35 Uhr; Ankunft in Wob 17:53 Uhr ( wenn alles klappt).
Wir haben noch einige Sonderartikel in der Pipeline, mal sehen, wann wir die einstellen.

An dieser Stelle vielen Dank an Euch, die Ihr uns virtuell begleitet habt. Ihr wart ein Ansporn für uns, immer wieder den “interessierten” Blick zu behalten.
Nun erstmal Tschüß
Karin und Fritz

16.10. letzter Radeltag und Ankunft in Los Angeles

Dienstag, Oktober 19th, 2010

Wir fahren die letzten 60 km die alte Route 66 durch die Vorstädte von Los Angeles. Es zieht sich und das Wetter ist erstaunlich kühl und feucht.
Um 17:00 Uhr kommen wir wieder bei Esther und Axel an und unsere Radreise ist zuende!
Kaum zu glauben

15.10. vorletzter Radeltag

Dienstag, Oktober 19th, 2010

Anstrengender als gedacht. Immer wieder auf und ab, meist leichter bis mittlerer Gegenwind und schlechte Straßen. Bis auf die Pause im “Iron Hog” – ein Restaurant, das schon in “Easy Rider” vorkommt, ist der Tag eher nervig. Vor allem die letzte Abfahrt auf der Interstate ist ein Erlebnis, auf wir gerne verzichtet hätten. Extrem schlechte Straße, der Seitenstreifen von Müll übersät, Freitag abend Rush hour. Wir halten am ersten Hotel, das wir finden.

14.10. das letztemal zelten

Dienstag, Oktober 19th, 2010

Morgens um 4:00 klingelt der Wecker. Kurz nach 5 sind wir auf der Straße. Es ist noch stockdunkel. Wir fahren wieder Interstate und es geht gut voran. Bis die Sonne aufgeht, sind wir schon gute 25km geradelt. Nach 60km auf der Interstate fahren wir auf einer parallelen Straße weiter. Wir passieren ein Waterworld resort ohne Wasser und Gäste – alles ist vertrocknet. Die ganze Gegend wirkt etwas runtergekommen, Trailersiedlungen, von Müllbergen gesäumt, geschlossene Tankstellen und Reste von Gebäuden, die mal Restaurants waren. Auch das ist die Route 66 -und ich frage mich, ob die Behauptung, Umgehungsstraßen erhöhen die Lebensqualität hier zutrifft.
Auf dem Zeltplatz treffen wir Petra und Klaus aus Leverkusen (www.abenteuertour.de), die seit Juni openend mit ihrem Expedition Toyota unterwegs sind. Sie laden uns zu einem Bierchen ein und wir haben einen sehr netten Abend. Sie waren 2004 schon einmal für ein halbes Jahr unterwegs und konnten uns einiges über das Zurückkehren erzählen.
Nachts fängt es auf einmal an heftigst zu stürmen und sogar zu regnen! Eine Seltenheit hier.

Das Rasenmähen („mowing“)

Montag, Oktober 18th, 2010

Das Rasenmähen ist wahrscheinlich die Tätigkeit, bei der sich der Durchschnittsamerikaner noch am intensivsten der frischen Luft aussetzt. Dabei werden Aufsitzrasenmäher bevorzugt, die zum Schieben sind eines Mannes eigentlich unwürdig. (Gelegentlich mähen aber auch Frauen.)

Man kann Rasenmäher kaufen, verkaufen, sammeln, mit ihnen spazieren fahren, sie mit Pickup und Anhänger zur Tankstelle bringen (also nicht etwa einen Kanister füllen und zu hause tanken), sie verrotten lassen – und mit ihnen mähen, besonders gerne am Sonntag. Keine Rasenfläche ist zu klein, um nicht auf ihr herumzukurven.

Es ist durchaus möglich, Sonntagmorgen 10:30 a.m. neben der vollen Kirche den Rasen zu mähen, ein Akt, der zumindest im Bayern Morddrohungen einbringen würde. Vielleicht ist das Mähen selbst hier ja als heilige Handlung zu werten?

Das Rasenmähen ist ein Phänomen der östlichen USA und allenfalls des Mittleren Westens. Hier findet man private Rasenflächen von Fußballfeldgröße und mehr. Spätestens ab Rocky Mountains ist der Boden trocken, bergig und/oder felsig und damit rar an mähfähigen Flächen. Im Südwesten ist das Wasser so knapp, dass in manchen Gemeinden Rasensprengen verboten ist.

Landbesitz ist in den USA ungeheuer wichtig, und was ich mähen kann, das besitze ich. So könnte das Mähen als wiederholte Bestätigung der eigenen Existenz zu sehen sein („ich mähe, also bin ich“).

Wenn man selbst aus irgendwelchen Gründen nicht mähen kann, lässt man mähen. So gibt es in den Neuenglandstaaten viele, die sich ihre Cheeseburger als Rasenmäh-Dienstleister verdienen.

Dieser Beitrag ist schon lange fertig. Wir habe ihn erst jetzt eingestellt, um eine Beobachtung zu überprüfen: wir haben nie einen Farbigen mit/auf einem Rasenmäher gesehen! Vielleicht ist das Mähen ein Relikt der Rassentrennung, ein heimliches Privileg? Oder wohnt ein Schwarzer einfach nicht da, wo man zehn-acres-Grundstücke hat?

Amerika ist mobil

Samstag, Oktober 16th, 2010

Amerika ist mobil (1),

-zumindest teilweise. Wir hörten wiederholt die Einschätzung, dass die Hälfte der Amerikaner nie aus ihrem County geschweige Bundesstaat herauskommt und die andere Hälfte mit 30 schon in zehn Staaten gearbeitet hat und selten länger als ein halbes Jahr an einem Ort bleibt. Manche Rentner leben als so genannte Snowbirds im Sommer im Norden und im Winter in Florida oder Arizona, wo es ganze Städte gibt, die aus Campingplätzen bestehen mit 300 Einwohnern im Sommer und 30.000 im Winter.

Das Instrument der Mobilität im Freizeitbereich ist (neben Wanderstiefeln/Fahrrad/Auto plus Zelt) das RV (sprich „Ah-Wie“,= Recreation Vehikel = Erholungsfahrzeug). Da gibt es im Wesentlichen zwei Kategorien:

Alles was gezogen wird, ist ein Trailer. Das fängt ganz klein an mit dem Teardrop (2) („Tränentropfen“). Auch für das gute alte Klappfix in verschiedener Ausführung (4) ist man sich nicht zu schade. Eigentlich ist das ja meistens nur ein Zelt auf Rädern, gelegentlich aber doch mit Klimaanlage auf dem Dach (5). Beim klassischen Wohnwagen („Travel-Trailer“) (6) geht der Trend zur größeren Ausführung (7) evtl. mit Slides links und rechts (8). Allerdings gibt es auch hier die Platz sparende Hubdachvariante (9,10). Wunderschön ist der postmoderne „Airstream“ (11) aus genietetem Aluminium. Die Konstrukteure sollen in  den 50er Jahren aus der Flugzeugindustrie gekommen sein.

Die Grenzen der Mobilität sind erreicht beim Wohntrailer (12), der mit Waschmaschine, Trockner usw ausgestattet ist. Der hat zwar ein Fahrgestell mit meist drei Achsen und eine Deichsel, ist aber nur bedingt straßentauglich (13). Er ist so konzipiert, dass er im Laufe der Nutzungszeit vielleicht zwei- oder maximal dreimal umgesetzt werden kann, was aber bisweilen auch einige Probleme bereitet (14). Manchmal sind mehrere Trailer zu einem Haus zusammengesetzt (15) und ganze Siedlungen können aus Trailern bestehen (16).

Eine Zwischenposition nimmt der weit verbreitete „Full-hook-up“ (17) ein. Slides sind üblich (18). Er wird sattelschlepperartig von einem großmotorigen Pickup gezogen. Bisweilen wird noch ein Bootstrailer (19) oder der PKW angehängt, eine Konstruktion, die in Europa wohl nicht zulassungsfähig wäre.

Alles was selber fährt ist ein Wohnmobil oder Motorhome. Das fängt wieder ganz klein an, denn gerade hier in Kalifornien hat der alte T1- und T2- Bulli eine liebevoll restaurierende Fangemeinde (20). Es folgt die Pickup-Kabine (21), die man auch auf Stelzen stellen (22) und mit dem Untersatz wegfahren kann. Auch das Wohnmobil europäischen Formates (23) ist vertreten, besonders auch als Leihfahrzeug. Aber der Trend geht zum reisebusartigen Mega-Mobil (25). Das Wohnzimmer in so einem Ding ist durchaus 4 x 5 Meter, hat Ledersessel und Plüschteppich. Wenn man zufällig in einer Ecke das Lenkrad sieht, fällt einem ein, dass man in einem Fahrzeug ist. Dann wird gern noch ein Anhänger oder der unverzichtbare PKW angehängt (26). Wir haben einmal sogar gesehen, dass am Haken des PKW noch das Motorboot hing (leider kein Foto!). Sehr selten ist der Airstream-Bus (27).

Das so genannte Mobil-Home ist nach der Lieferung eigentlich gar nicht mobil. Es wird in ein bis drei Teilen auf Tiefladern gebracht (28) und auf vorbereitete Punktfundamente gesetzt. Diese perfekt eingerichtete dreiteilige Villa (29) machte auf uns innen und außen einen ausgesprochen guten Eindruck. Der prinzipielle Ortswechsel durch eine Spezialfirma ist mit hohem Aufwand und einigen Kosten verbunden.

Wie verschieden man doch reisen kann (30)!

13.10. Zwei auf einen Streich

Donnerstag, Oktober 14th, 2010

Heute wieder Interstate, etwas geklettert und gleich zwei fantastische Abfahrten genossen! Stellt Euch vor, 25km schnurgerade bergab mit Rückenwind! Bei 65kmh bremse ich doch ein wenig. Und dann verliere ich wieder Luft. Während wir fluchend meinen Reifen flicken, schaut Fritz zu seinem Rad – und kriegt den Fön- auch platt! Der folgende kleine (und kurze) Anfall pendelt zwischen Tobsucht und Verzweiflung, dann wird geflickt. Der bisher wunderbar kräftige Rückenwind wird jetzt lästig, da er immer wieder die Räder umschmeisst und wir die Löcher bei dem Wind schlecht finden. Letzten Endes hat Fritz sogar 2 Löcher im selben Schlauch. Wie auch bei mir sind es diese verdammten kleinen Stahldrähte aus den zerfetzten Autoreifen, die hier den Randstreifen übersäen und sich in den Mantel bohren. Ein Polizist der Highway-Patrol kommt vorbei und schaut uns eine Weile zu, dann fährt er mit einem Gruß weiter. In Baker angekommen beziehen wir das gleiche Motel wie vor ein paar Tagen und faulenzen am Pool, den Blick über ferne Wüstenberge und nahe Palmen schweifend. Nächste Woche um diese Zeit sind wir wieder in Wolfsburg – noch leicht irreal, diese Vorstellung.

12.10. wieder auf dem Rad!

Donnerstag, Oktober 14th, 2010

Morgens die Räder aufgepumpt und los. Es ist nicht so heiß wie gedacht und die Beine wissen noch wie es geht. Nur mein Hintern ist leicht irritiert bis beleidigt und pisackt mich etwas – wie zu Beginn der Reise. Dennoch fühlt es sich richtig und gut an, Geschwindigkeit und Perspektive stimmen wieder. Zum Üben flicken wir unterwegs meinen Reifen. Schon mittags kommen wir in Primm an und überlegen, ob wir weiterfahren sollen, denn wir haben herrlichen Rückenwind. Da es hier nur ganz oder gar nicht gibt , volle weitere Tagesetappe oder bleiben, entscheiden wir uns fürs Bleiben. Eine weitere Nacht in einem Casino, diesmal wirklich günstig ($30).

11.10. Las Vegas

Donnerstag, Oktober 14th, 2010

Wir sehen uns das Atomtestmuseum an. Hier in der Nähe haben die Amis  von den 50igern bis in die 90iger Jahre erst überirdisch, dann unterirdisch Atomtests  durchgeführt, insgesamt mehrere Hundert Atombomben! Entgegen ersten Befürchtungen profitierte Las Vegas davon, denn es wurde eine Touristenattraktion, aus “sicherer Entfernung” den Atompilz wachsen zu sehen. Die Hotels und Casinos hatten eigene Plätze für ihre Gäste, von denen sie am besten sehen konnten. Es wurden Atomcoctails gereicht und 1957 “Miss Atomic Bomb” gekürt. Das Museum ist sehr interessant, denn in der Ausstellung wird haarklein erläutert, wie und warum das Testgelände ausgewählt wurde. Filmsequenzen zeigen Orginalaufnahmen von wachsenden Atompilzen incl. der Zuschauer mit Spezialbrillen. Aufklärungsfilme aus der Zeit des kalten Krieges, (“Duck and cover”) etc. Insgesamt ist die Darstellung (natürlich) sehr einseitig und unkritisch, der Machbarkeitsglaube und die Heldenverehrung ungebrochen stark.
Abends treffen wir uns mit unseren Wolfsburger Freunden aus Chattanooga auf ein Bierchen und kommen uns schon richtig “Las Vegas- erfahren” vor, da wir wissen, wann und wo die Piratenschlacht, der Vulkanausbruch und die Wasserfontainenshow laufen. Wir wandern duch Venezia -ein Casino mit künstlichem Himmel und Gondeln.
Dann sitzen wir noch ein Weilchen vor dem Caesars Palace an einer “antiken” Statue eines nackten Kriegers und beobachten die Reaktionen der vorbeiflanierenden Touristen. Dazu drei erklärende Sätze: 1. Die Darstellung von primären Geschlechtsmerkmalen und weiblichen Brustwarzen ist verboten. 2. Anscheinend dürfen sie bei  Nachbildungen antiker Statuen gezeigt werden. 3. Sind diese Details wahrscheinlich mit mehr Hingabe und Gewissenhaftigkeit ausgearbeitet worden als es bei den alten Griechen und Römern üblich war.
Die Leute sahen ziemlich genau hin und reagierten: empört (“unanständig”), kichernd und giggelnd fotografierend, mit zielgerichtet ausgestrecktem Arm fürs Foto posierend, amüsiert, die Augen der Frau zuhaltend … 
Gestern wurde hier übrigens überall geheiratet! Jedes Casino hat eine eigene Kapelle und die Leute standen Schlange. Die Bräute sind meistens sehr romantisch ganz in Weiß und mit Rüschen – und danach sieht man sie bei Mc Donald oder einem anderen Fastfoodrestaurant Schlange stehen! – Ganz sicher ein unvergesslicher Tag.

10.10. Las Vegas II

Dienstag, Oktober 12th, 2010

Nun ist der Autoteil zuende.
Wir fahren nach Las Vegas und geben das Auto ab.
Lassen uns nachmittags und abends durch die Straßen treiben.
Morgen nochmal einen Tag hier und dann geht`s wieder zum Endspurt auf´s Rad. Wir freuen uns schon darauf.
Wir wollen diese Autofahrterfahrung nicht missen und sie hat uns vieles ermöglicht zu sehen, was wir sonst nicht geschafft hätten.
Radfahren bleibt für uns allerdings die “Bessere” Art zu reisen.

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