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Archive for the 'The Farm' Category

20.05. The Farm in Summertown

Sonntag, Mai 23rd, 2010

Wir waren da! „ The Farm” (www.thefarm.org) war in den 70igern und 80igern eine der berühmtesten und größten Landkommunen mit anfangs über 1500 Leuten. Wir mussten da einfach hin. Und dann wären wir fast vorbeigefahren, weil wir dachten, es läge bei Memphis!

Deshalb kurzfristig umdisponiert und nach Norden statt nach Westen gedüst. Abends vor verschlossener Schranke angekommen und durchs Tor gequetscht. Ein richtiger Althippi, der gerade vorbeikam, meinte, wir könnten uns auf den campground stellen. Also wir hin, idyllischer Platz mit Fröschen, Mücken und Hunderten von „lightning bugs“ –Glühkäfer, die ihr Licht an und ausknipsen! Wir waren wie verzaubert.

Am nächsten Tag haben wir das weitläufige Gelände erkundet, Gespräche geführt, darunter eins mit dem Gründer und spirituellen Führer Steven Gaskin.(www.stephengaskin.com) Es war ein wirkliches Highlight.

Stellt Euch vor: 1971 startet in San Fransisco ein Convoi von 50 Schoolbussen auf der Suche nach Land. Zusammengesammelt von Steven Gaskin, der damals in der Alternativszene in den Staaten sehr berühmt war.

Sie siedelten sich in Summertown an, kauften ein riesiges Stück Land, 3 Quadratmeilen,vorrangig Wald, und wuchsen rasch auf 1500 Leute an. Eine gigantische Großkommune, die vor allem auch für ihr „midwifery“- Zentrum sehr bekannt war. Seine Frau Ina May Gaskin hat mit dem Zentrum Geschichte geschrieben und ist auch jetzt noch als Dozentin und Rednerin sehr viel unterwegs. Sie gilt als die Mutter der natürlichen Geburtshilfe. Sogar aus Europa kamen Leute zum Entbinden. 1983 kam es zum großen „Change“, aus der Kommune wurde eine spirituell inspirierte Community. Als Gründe wurden genannt: es waren zu viele Menschen, die man nicht mehr versorgen konnte; und es gab finanzielle Probleme, weil zuwenig Geld von außen kam (d.h. zuwenig Außenverdienst). Für uns nicht so recht vorstellbar: Sie mussten ja für alle, die krank wurden, die Krankenhausrechnungen bezahlen- und das sind hier horrende Summen. Dann kam es zum worst case- ein Unfall, bei dem jemand vom Baum fiel und schwerstverletzt wurde. Diese Behandlungs-Rechnung war so hoch, dass die Beschlagnahme des Grundstücks drohte. Es folgte die Entscheidung, ein Teil des Landes zu verkaufen und eine neue Struktur aufzubauen. Das Land gehört jetzt allen, jeder muss eine bestimmte Summe für die grundlegenden Gemeinschaftsdienste wie Straßenbau, Wasser, Strom, bezahlen, sein Haus selbst finanzieren etc. Inzwischen leben hier 165 Leute, das Durchschnittsalter ist 50-60. Es gibt noch eine Schule, auch für Auswärtige, die Geburtsklinik mit Hebammenausbildung, ein Bildungszentrum, die Workshops anbieten, diverse Kleinunternehmen und die seinerzeit erste Geldeinnahmequelle: der Bau von Geigerzählern!

Das Gespräch mit Steven war sehr interessant. Er erzählte aus den  Tagen in San Fransisco, ihren Intentionen und dem Aufbruch mit den Bussen. Er hat übrigens 1980 den alternativen Nobelpreis erhalten.

Berührt hat uns auch der Besuch auf ihrem Friedhof. Wir haben noch nie einen so persönlich gestalteten gesehen. Es liegen auch sehr junge Leute dort und wir stellen uns vor, dass sie ein sehr intensives und aufregendes Leben hatten, wenn auch manchmal kurz.

Der Besuch arbeitet in uns nach.; er war sehr bewegend.

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