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Abschiedsrituale

 

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Vor allem merkt er , wie viele gute Freunde er hat.

Am Dienstag war fast die gesamte Nachbarschaft aus unserer Straße da. Es gab neben ungläubigen Staunen auch viel Ermunterung und Bestätigung. Wir hatten war mal wieder ein Beweis dafür, was für tolle Nachbarn wir haben. Am Donnerstag morgen um kurz nach sieben standen sogar zwei vor dem Haus, um ein Aufbruchsfoto von uns zu machen!

Am Mittwoch nachmittag war Aufrödeln angesagt.

Luftdruck auf Gepäckbelastung bringen und Packtaschen anbringen. Als ich abends um halb sieben nochmal ans Rad ging, traute ich meinen Augen nicht: Mein Vorreifen war platt!!! Der gute unplattbare Marathon extreme ! So kam ich unverhofft zu meinem ersten Reifenwechsel am neuen Rad. Der Schlauch hatte ein Loch, und zwar auf der Felgenseite. Ich konnte zwar nichts finden, aber wahrscheinlich war ein Mini-Steinchen auf dem Felgenband gesessen, dass bei erhöhtem Druck durchstach. Dabei bin ich nicht einmal mal gefahren! Tja, mein Urvertrauen hat erstmal einen Dämpfer bekommen und ich bin mindestens noch 4x abends und frühmorgens rausgerannt und habe nachgeschaut, ob der Reifen noch Luft hat. Und auf dem Weg in die Stadt habe ich noch einen Ersatzschlauch besorgt – sicher ist sicher.

Dann kamen wir wie bestellt in die Praxis. Wir wussten nicht genau, was uns erwarten würde: nämlich in der  bunt geschmückten Praxis viele  gute Freunde und das gesamte Praxisteam, mit Sekt, Waffeln, Transparenten an den Wänden, und sogar einem extra verfassten Song. Der wurde mit viel Begeisterung mehrfach gesungen! Wir waren völlig geplättet und gerührt.

Im großen Radkonvoi wurden wir zum Bahnhof begleitet, wo uns bereits die ADFC-Abordnung mit einem Zeitungsfotografen erwartete.  Aus den Philipinen schalteten sich per skype Freunde auf einem mitgebrachten netbook dazu, um ebenfalls noch alles Gute zu wünschen.

Also richtig “großer Bahnhof ” für uns. Wir kanen aus dem Lachen, Tränen verdrücken und Abschiedsdrücken gar nicht raus. Bis endlich der Zug abfuhr und mit viel Tacshentuchgewinke die Gruppe am Bahnsteig immer kleiner wurde.

Danach lagen wir beide uns erst einmal in den Armen und mussten ein wenig heulen.

Karin und Fritz

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