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Archive for September, 2010

20.09. Grand Canyon 2

Donnerstag, September 23rd, 2010

20.09. Grand Canyon 1

Donnerstag, September 23rd, 2010

19.09.

Donnerstag, September 23rd, 2010

Wir nähern uns dem Grand Canyon. Die Landschaft ist offen, weit, Grasland mit grünen Büschen und überhaupt nicht felsig. Sogar Pinien sind auf einmal da. Nach 116 km bleiben wir in Tusayan, ca 8km vom Canyon entfernt auf einem RV-Platz. In dem Ort ist zwar etwas Tourirummel, aber viel weniger, als wir gedacht haben. Auch Deutsch ist hier wieder eine oft gehörte Sprache. Auf dem RV-Platz haben wir israelische Nachbarn und wir kommen ins Gespräch. Die „Mama“, in den 60igern, meinte auf meine Frage, wie es ihr in den USA gefiele, sehr gut, aber es sei ihr zu groß und viel zu viele verschiedene Menschen hier, das Gewimmel sei nichts für sie. Da wurde mir mal wieder klar, dass die meisten Leute mit dem Auto und stark begrenzter Zeit ein völlig anderes Amerika erleben als wir.  Während sie wahrscheinlich vorrangig von Highlight zu Highlight düsen,  und ein Amerika der Dichte erleben, ist  für uns viel mehr die Leere und Weite, die Winzstädtchen das typische Amerika. Natürlich sind wir auch in den Metropolen und den Touristenorten, aber 1. ist der zeitliche und emotionale Abstand dazwischen viel größer, 2. ist es mit dem Rad auch in den großen Städten nicht so hektisch und dicht- keine Parkplatzsuche, weniger Stress im Verkehr- 3. sind wir inzwischen selbst gelassener und ruhiger und 4. erleben wir die Menschenmassen vielleicht nicht so intensiv, wenn wir mehr in Einzelkontakt treten, dh ja meistens angesprochen werden. Ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand zB im Supermarkt einen anderen anspricht und zu sich nach Hause einlädt, nur weil er ihn vorher aus seinem Auto aussteigen sieht und das so interessant findet.

18.09.

Donnerstag, September 23rd, 2010

Gestern war ein ungewöhnlicher Tag. Wir sind um 4°° aufgestanden wegen der geplanten Strecke 110 km. Um 5°° waren wir auf der Strasse und hatten bei Sonnenaufgang mit Säulenkakteen schon 20 km hinter uns. Die wenigen Autofahrer, die uns sahen, werden geglaubt haben zu träumen. Gerade Strasse mit rauem Asphalt und stetiger Steigung. Um 9°° hatten wir ein wenig Abwechselung mit einer Reifenpanne. Im weiteren Verlauf gab es eine 20 km lange einspurige Baustelle mit frischem Teer, auf dem die Reifen wie festgeklebt waren. Dann die Bergkette, bei der die Passhöhe 1800 m aber nicht (wie die Karte suggerierte) zweimal sondern fünfmal erreicht werden musste. Dafür war in der Höhe die Temperatur nur knapp unter 40°. Als wir schließlich den Zielort erreicht hatten, saßen wir im nächsten Supermarkt jeder vor einem Liter Cola und berieten, ob wir uns die 10 km bis zum Campground noch antun oder lieber nach Verzehren einer Familienpizza im nächsten Motel um 19°° schlafen gehen sollten, oder vielleicht an Ort und Stelle den Erschöpfungstod sterben würden. Da trat das Glück in Gestalt eines vielleicht Anfang 40jährigen athletischen Mannes an unseren Tisch, der sich als passionierter Radfahrer outete und nach kurzem Woher und Wohin eine Einladung zum Duschen, Abendessen und Gästezimmer aussprach. Da wir in dieser Hinsicht bereits positiv konditioniert sind, sagten wir ohne langes Zögern zu. –Nein, wir sollten keinen Wein oder sonst was mitbringen, sondern nur unsere Geschichte!
Es wurde einer unsrer schönsten Abende und wir fühlten uns so wohl bei  Nicole und Steve, dass wir unsre Müdigkeit vergaßen und erst kurz vor Mitternacht ins Bett fielen. Die Beiden sind im Mai die Pazifikküste runtergefahren – mit dem Tandem. Und sie sind auch schon den Appalachian Trail gewandert, und tauchen… Beruflich bedingt  haben sie schon an vielen verschiedenen Orten gewohnt. Wir hatten also viel Gesprächsstoff.

Nach ausgiebigem Frühstück und interessanten Gesprächen radelten wir denn am späten Vormittag los. Für den neurobiologisch vorgebildeten  Arzt war es nun interessant, das dopaminvermittelte Belohnungssystem bei der Arbeit zu erleben: Die Strasse war glatt und leicht abschüssig und ein sanfter Rückenwind schob uns vor sich her. Der Tag verging rauschhaft, wie nach einem Sektfrühstück.

17.09.

Donnerstag, September 23rd, 2010

Heute mal nur ein paar Fotos.

16.09. im Land der Snowbirds

Donnerstag, September 23rd, 2010

Wir sind schon richtige Early Birds. Morgens um 5.30Uhr fahren wir bei Dunkelheit auf der Interstate, es sind schon 26°C. Wir wollen den Buckel möglichst früh hinter uns haben, was auch gelingt. Heute ist wieder Geröllwüste angesagt. Und vor allem RV-Plätze! Einfach unglaublich. Es gibt richtige „RV Village“-Schilder an der Straße. Es gibt die  edlen mit Spa-Bereich, Golfcaddies, schönen Anlagen, und die einfachen, die nur aus einem leerem Platz mit den Anschlüssen bestehen. Und es gibt welche nur für „adults“ und sogar „55+“. Im Winter muss die Gegend mit Zigtausend Leuten belebt sein – heute wirkt alles doch sehr leer und mal wieder wie in Jarmuschland (für die Filmfreunde). Wir steigen langsam höher und die Landwirtschaft beginnt wieder, natürlich nur mit Bewässerung.. Erstaunt sehen wir eine riesige Pistazienbaumplantage. Ansonsten eher –nichts. Nachmittags sind wir in Aguila, eine Straßenkreuzung mit ein paar Häusern, die meisten eher vergammelt. Als Einkaufszentrum fungiert eine kleine Tankstelle. Wir checken in der einzigen Übernachtungsmöglichkeit ein, ein Motel, in dem wir fast die einzigen Gäste sind. Gottseidank ist das Restaurant direkt daneben geöffnet und dort trifft man sich. Übrigens ist hier Tauben- und Zugvögelschießen ein recht beliebter Sport, zumindest den Plakaten nach.  

15.09. 13.000km

Donnerstag, September 23rd, 2010

Nach einem romantischen Abend auf dem kleinen Bootssteg liegen wir um 9.30 Uhr in der Falle und um 4.30 klingelt der Wecker- mitten in der Nacht. Nach einem kurzen Frühstück sind wir punkt 6.00 Uhr auf der Piste. Es ist schon hell, noch angenehme 20°C und wir genießen das Radeln. An diesem Tag sehen wir Baumwollfelder. Die Pflanzen sind viel kleiner und stehen viel dichter als gedacht, vermutlich eine Folge der mechanisierten Ernte. Und auf einmal stehen Säulenkakteen am Straßenrand. Nun sind wir wirklich in Arizona! Und haben die 13.000 km geschafft! Bereits um 11.30 Uhr haben wir das heutige Etappenziel erreicht. Es ist heiß und nach einem kurzen Besuch eines Mobilehome- und Oldtimer-Händlers suchen wir uns eine Bleibe. Das Einzige am Ort ist ein Trailermotel. Dieses Quartzsite liegt noch im Sommerschlaf, denn erst im Oktober beginnt wieder die Saison. Wir befinden uns im Land der „Snowbirds“. Das sind die Rentner, die meist in RV`s leben,  im Sommer im Norden und im Winter im Süden unterwegs sind. Wir sind ihnen z.B. in den Rockies begegnet Ich unterhalte mich kurz mit der Frau, die saubermacht. Sie ist gerade aus Nordcarolina zurückgekommen und arbeitet hier für den Mindestlohn von $7,50/Std. Ihr Mann ist Koch und hat ebenfalls Saisonarbeit gefunden. In Nordcarolina sei es schwer gewesen Arbeit zu finden. Sie hätten 14 Tage in allen Städten die Restaurants abgeklappert, bis ihr Mann etwas gefunden hätte. Und sie hat für $2/Raum gearbeitet, bis sie rausgeworfen wurde, weil sie sich weigerte in einem Zimmer mit Bettwanzen das Bett frisch zu beziehen. Sie wollten wohl den Kammerjäger nicht holen.

14.09. am Tiefpunkt

Donnerstag, September 23rd, 2010

 

Heute haben wir den Tiefpunkt unserer Reise erreicht. Wir sind noch früher aufgestanden als gestern und waren bei Sonnenaufgang kurz nach sechs schon einige Meilen östlich von Brawley, wo laut Karte der tiefste Punkt unserer Reise sein soll: etwa 40 Meter unter dem Meeresspiegel. Das GPS sagt -77 m, aber das ist wohl eine Frage der Gerätegenauigkeit oder der Bezugsebene. Wir haben 12 Liter Wasser mit. Die Kanister haben wir in den Packtaschen mit Kleidungsstücken umhüllt, damit sie nicht so schnell warm werden.

Nach 20 km ist es mit der intensiven Landwirtschaft wieder vorbei, es folgt Strauchsteppe und schließlich Geröllwüste und Sanddünen. Nach 110 km erreichen wir gegen 14°° Palo Verde. Es ist mit 45° nicht merklich kühler als gestern. Das Wasser ist aufgebraucht. Rein in den kleinen Store des Ortes und für jeden 1 Liter Cola. Dort erfahren wir dann, dass wir gegenüber im Trailer-Park an einem Seitenarm des Colorado umsonst duschen und campen können. Die Welt ist wieder in Ordnung!

13.09. die erste Wüstendurchquerung

Dienstag, September 14th, 2010

Heute sind wir ganz früh aufgestanden. Wir haben uns erstmalig den Wecker gestellt – auf halb 6! Frühstück bei Sonnenaufgang in der Yuha-Wüste. Dieses Tal liegt nämlich zum guten Teil unter dem Meeresspiegel und ist dementsprechend heiß. Die Straße verläuft in zwei Meilen Abstand parallel zur mexikanischen Grenze. Die meisten Autos sind die von der Border-Patrol. In der Wüste sind Kakteen und vertrocknete Sträucher, die aber im Frühling vielleicht kurze Zeit grün sind. Überrascht stellen wir fest, dass alle 500 Meter eine Fahne im Sand steckt und daneben eine Tonne mit einigen Gallonenflaschen Wasser. Die sind bestimmt nicht nur für Radfahrer, die sich mit ihrem Wasservorrat verrechnet haben, sondern sicher auch für illegale mexikanische Grenzgänger, die zwar unerwünscht sind aber eben auch nicht verdursten sollen.

Nach 30 km ist die Wüste plötzlich zu Ende, ein Kanal führt grünliches Wasser was weiß ich woher und wohin, es werden munter grüne Wiesen mit Watvögeln bewässert. Die Region produziert im großen Maßstab Heu!

Am späten Vormittag im Grenzort Calexico (auf der amerikanischen Seite!) finden wir in einem mexikanischen Restaurant nur eine spanische Speisekarte ohne englische Übersetzung. Das ist uns jetzt zu kompliziert, also sind wir zu McDonalds rein, jeder ein Breakfast und ein Liter Cola mit Eis.

Bei der Weiterfahrt wird es langsam richtig heiß: Karins Thermometer zeigt 47°, was Karin mehr ausmacht als mir (aber ich ziehe mir dafür bei 20° auch schon Neopren-Handschuhe an!). Es lässt sich besser ertragen, als man denkt, da die Luft extrem trocken ist, der Schweiß also genau so schnell verdunstet wie er entsteht, das Land wirklich platt ist, ein sanftes Lüftchen weht und wir reichlich trinken. Wenn man stehen bleibt und der Fahrtwind fehlt, wird es allerdings ziemlich unangenehm.

Um 14 Uhr kommen wir in Brawley an, Motel (bei 47° macht ein Zelt keinen Spaß!), Dusche, Pool.

Ich hörte eben, dass bei Las Vegas ein Radfahrer gestürzt sei und auf dem Asphalt gelegen habe. Er wurde ins Krankenhaus gebracht – mit Verbrennungen zweiten Grades!

12.09. über den Buckel und dann geht`s richtig runter

Dienstag, September 14th, 2010

Heute dürfen wir mal wieder abschnittsweise auf der Interstate fahren, weil es keine Alternative gibt. Zuerst geht´s ganz schön aufi, die Gegend erinnert stark an Mittelmeerkarst. Wir kommen ganz dicht an die mexikanische Grenze und sehen den 4-5m hohen Grenzzaun, der sich von Horizont bis Horizont zieht, mit Grenz patrouillen usw. Jacumba liegt direkt darn und wir sind mal wieder erstaunt, wie  schnell sich hier alles ändert. In den zwanzigern war es ein blühender Ort mit heißen Quellen und entsprechendem Tourismus , heute …(Foto).
Die Abfahrt! Ein wildes Gewirr von Geröllbergen, zwischen denen sich die Straße schlängelt, einfach gigantisch. Und mit jedem Meter abwärts wird es heißer. Und dann sehen wir die Ebene, durch die wir morgen fahren werden! Das Ende des flachen Nichts verliert sich im Dunst. Wir beschließen morgen gaaanz früh loszufahren, denn abends um 8:00 sind es immer noch 38°C.

  • Photos

    • 08.04.-06
    • 05.23.-1
    • 05.06.-5
    • 07.02-16
    • nochmal Hinterhöfe